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29. Juli 2026Eine unbemerkte Fehlberechnung von Überstunden fällt oft erst bei der Lohnabrechnung auf. Mit dem 1H 2026 Release hat SAP im SAP SuccessFactors Time Tracking 2026 eine Änderung der Standardlogik eingeführt, die auf den ersten Blick wie eine Vereinfachung wirkt: An- und Abwesenheiten können jetzt gleichzeitig existieren, ohne dass das System eine Fehlermeldung wirft. Was das in der Praxis bedeutet, und warum eine Anpassung der Konfiguration in den meisten Fällen zwingend notwendig ist, erklären wir in diesem Beitrag.
Was hat sich geändert?
Bisher führten Überschneidungen zwischen An- und Abwesenheitseinträgen in der Regel zu einer Fehlermeldung und wurden technisch verhindert. Mit dem 1H 2026 Release kann dieses Verhalten nun konfiguriert werden. Je nach gewählter Konfiguration können An- und Abwesenheitseinträge parallel existieren. Dadurch gewinnt das System an Flexibilität, gleichzeitig steigt aber auch die Bedeutung einer passenden Bewertungslogik.
Auf den ersten Blick wirkt diese Änderung wie eine Flexibilisierung. In der Praxis entsteht jedoch eine kritische Lücke, wenn die Bewertungslogik nicht entsprechend angepasst wird.
Warum ist das relevant?
Wenn sich An- und Abwesenheitszeiten überschneiden, werden beide Einträge unabhängig voneinander gespeichert. Ohne eine entsprechende Valuation-Logik wird der Überschneidungsbereich nicht automatisch neutralisiert. Das kann zu einer fehlerhaften Überstundenberechnung führen, da Arbeitszeit und Abwesenheit teilweise gleichzeitig in die Überstunden-Logik einfließen.
Besonders relevant ist das in folgenden Szenarien:
- Mitarbeiter:in arbeitet vormittags und nimmt nachmittags Urlaub
- Krankheit wird nach bereits erfasster Arbeitszeit eingetragen
- Schichtmodelle mit komplexer Überstundenbewertung
- Nachträgliche Änderungen an An- und Abwesenheiten

Wie vermeiden Sie falsche Überstunden im SAP SuccessFactors Time Tracking 2026?
Um eine korrekte Überstundenberechnung sicherzustellen, muss der Überschneidungsbereich zwischen An- und Abwesenheiten explizit aus der Overtime-Berechnung entfernt werden. Da SAP diesen Overlap im neuen Standardverhalten nicht automatisch berücksichtigt, ist eine entsprechende Time Valuation erforderlich.
Zunächst ermittelt eine Deduction-Valuation den Zeitraum, in dem sich An- und Abwesenheiten überschneiden. Das Ergebnis wird in einer separaten Time Type Group gespeichert. Diese Time Type Group wird anschließend als negative Eingangsgröße in die Overtime-Valuation eingebunden. Dadurch wird der Überschneidungszeitraum von der für die Überstunden relevanten Arbeitszeit abgezogen.

Fazit
Die Änderung im Collision Handling erhöht die Flexibilität des Systems, verschiebt aber gleichzeitig die fachliche Verantwortung in die Time- und Valuation-Konfiguration. Neue Standardfunktionalität bedeutet damit nicht automatisch korrekte Zeitbewertung, entscheidend ist das Design der zugrunde liegenden Logik.
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