
SAP SuccessFactors Release 1H 2026: Die wichtigsten Updates im Überblick
14. April 2026
SAP SuccessFactors Business AI Fortschritte im 1H 2026 Release
21. April 2026SAP SuccessFactors Time Management entwickelt sich weiter, weg vom reinen „Stunden erfassen“ hin zu klarer Steuerung der Arbeitszeit, insbesondere für Organisationen mit komplexen Schichtmodellen, strengen Pausenregeln und mehreren Upstream-/Downstream-Integrationen. Das Release 1H 2026 bringt gezielte Verbesserungen in Time Tracking und Time Sheet, die manuelle Korrekturen reduzieren, Compliance und Nachvollziehbarkeit stärken und Integrationen robuster machen. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Updates zusammen und ordnen sie praxisnah für Unternehmen ein.
1) Kollisionsbehandlung bei Abwesenheiten und Anwesenheiten
Sie können nun konfigurieren, wie das System Überschneidungen zwischen Abwesenheiten und Anwesenheiten behandelt, damit die Zeiterfassung auch dann korrekt bleibt, wenn Datensätze kollidieren. Das ist zum Beispiel relevant, wenn am selben Tag eine Teilabwesenheit und zusätzlich erfasste Anwesenheit oder Bereitschaft vorliegen. Das reduziert blockierte Time Sheets und senkt den manuellen Korrekturaufwand. Gleichzeitig lassen sich Regelwerke konsistenter durchsetzen, was insbesondere in schichtintensiven Organisationen spürbar wird.
2) Dynamische Pausengenerierung für Abwesenheitszeitarten
Sie können jetzt konfigurieren, wie Teilabwesenheiten bei der dynamischen Pausenabzugslogik berücksichtigt werden. Dadurch wird verhindert, dass Pausen doppelt abgezogen werden, wenn Mitarbeitende am selben Tag sowohl Arbeitszeit als auch eine Teilabwesenheit haben. Das verbessert die Fairness der Berechnung und stärkt die Compliance, weil Pausenregeln häufig sowohl in Audits als auch in der Mitarbeiterkommunikation besonders sensibel sind.
3) Echtzeit-Replikation von Anwesenheiten aus SAP S/4HANA in das SAP SuccessFactors Time Sheet (konsolidierte Zeiterfassung)
Für Kund:innen mit konsolidierter Zeiterfassung ermöglicht SAP eine Echtzeit-Replikation von Anwesenheitsdaten aus SAP S/4HANA in das SAP SuccessFactors Time Sheet. Damit stehen Anwesenheiten schneller und konsistenter in beiden Systemwelten zur Verfügung. Das senkt das Risiko von Datenkollisionen und erhöht die Stabilität von Integrationen, die auf zeitnah verfügbare Anwesenheitsdaten angewiesen sind.
4) Zeitnachweis-Erstellung direkt aus der Time Sheet-UI öffnen
Mitarbeitende, Führungskräfte und Admins können die Seite zur Zeitnachweis-Erstellung nun direkt aus dem Time Sheet sowie dem Time Sheet Approval Center öffnen, jeweils für ausgewählte Time‑Sheet‑Zeiträume. Das verkürzt Wege im System und beschleunigt Self-Service-Prozesse. In der Praxis führt das oft zu weniger Supportanfragen, gerade rund um Periodenabschlüsse.

5) Anwesenheitskontingent: vorab genehmigter Anspruch, bestimmte Stunden zu arbeiten
Mit dem neuen Konzept des Anwesenheitskontingents können Mitarbeitende zusätzliche Stunden, etwa Überstunden, auf Basis eines vorab genehmigten Kontingents leisten. Das Kontingent lässt sich mit Parametern definieren wie:
- Zeitraum (verpflichtend)
- Einschränkungen nach Arbeitstag/Wochentag
- Zeiteinschränkungen
- Kontingentlimit
Dadurch werden zusätzliche Arbeitszeiten besser steuerbar und nachvollziehbar. Unternehmen können Richtlinien einfacher umsetzen und erhalten eine sauberere Prüfbarkeit, weil Genehmigung und Nutzung klarer zusammengeführt werden.
6) Zeitbewertungsergebnisse können Start-/Endzeiten und „physische“ Start-/Enddaten enthalten
In Time Tracking können Sie Zeitbewertungsergebnisse nun so konfigurieren, dass Start- und Endzeiten sowie physisches Start- und Enddatum enthalten sind.
- Start und Ende (Uhrzeiten)
- Physisches Startdatum und physisches Enddatum
Das schafft mehr Eindeutigkeit für nachgelagerte Prozesse wie Reporting, Payroll‑Schnittstellen und Analytics. Besonders bei Schichten über Mitternacht oder komplexen Schichtmustern werden Bewertungsergebnisse damit leichter interpretierbar und besser weiterverarbeitbar.

7) Auswahl des Quellenverhaltens für geplante Zeitkategorien
Admins können nun festlegen, welche Quelle für geplante Zeitkategorien in Time Type Groups für die Bewertung herangezogen wird. Dabei kann entweder die ursprünglich geplante Arbeitszeit verwendet werden oder die geplante Arbeitszeit inklusive temporärer Zeitinformationen. Das macht Bewertungsergebnisse vorhersehbarer und hilft, rückwirkende Korrekturschleifen zu reduzieren, wenn sich Dienstpläne oder temporäre Informationen ändern.
8) Neues Systemverhalten, wenn ein Time-Container-Wert auf null fällt
Wenn rückwirkende Änderungen dazu führen, dass ein Time‑Container‑Wert auf 0 sinkt, behält das System den Datensatz und aktualisiert den Wert auf 0, statt den Datensatz zu löschen. Das erhöht die Integrationsstabilität deutlich, weil bestimmte Schnittstellen und Abstimmprozesse den „0‑Datensatz“ für eine korrekte Reconciliation benötigen. Das ist zum Beispiel relevant, wenn Integration‑Center‑Prozesse Time Accounts aktualisieren.
9) Usability-Verbesserungen bei der Zeitnachweis-Erstellung
SAP verbessert die Zeitnachweis-Erstellung in mehreren Punkten. Zeitnachweise können nun auch nicht genehmigte Daten anzeigen, Details zu Beurlaubungen darstellen, Time‑Sheet‑Zeiträume aggregieren und Zeitdatensätze sortieren. Damit wird der Zeitnachweis transparenter und leichter zu prüfen. Reviews und Freigaben werden effizienter, und Missverständnisse über enthaltene Daten lassen sich häufiger vermeiden.
Die zentralen Mehrwerte des Time Tracking Release im Überblick
Wenn Sie diese Änderungen als zusammenhängende Value Story statt als reine Feature-Liste positionieren möchten, passt besonders gut, die Updates in vier Nutzenbereiche einzuordnen.
- Usability wird stärker, weil weniger Klicks nötig sind und Zeitnachweise klarer und besser aufbereitet sind.
- Compliance und Fairness profitieren durch korrekten Pausenabzug bei Teilabwesenheiten und besser steuerbare, auditierbare Überstunden über Anwesenheitskontingente.
- Integrationsresilienz steigt durch Echtzeit-Replikation aus S/4HANA bei konsolidierter Erfassung und durch stabilere „Nullwert“-Datensätze, die Schnittstellen sauber verarbeiten können.
- Datenqualität verbessert sich durch eine robustere Kollisionsbehandlung und durch aussagekräftigere Bewertungsergebnisse für nachgelagerte Prozesse.
Time Tracking Release Updates einfach integrieren
Möchten Sie das Audit-Risiko im Time Tracking reduzieren? Wir helfen Ihnen, die Änderungen aus 1H 2026 zu Ihren Compliance-Anforderungen und HR‑Policies zu passen und in saubere Konfiguration sowie belastbare Dokumentation zu übersetzen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine compliance-orientierte Impact-Analyse für Ihre Time‑Tracking‑Konfiguration wünschen.




